Schulleben
Klassen/Studienfahrten
Studienfahrt nach Rom
Ein Reisebericht
Nach vielen Planungen und Vorbereitungen bestiegen wir am Montag den 15. April gegen 15.00 Uhr in Göttingen den Zug, der uns über München nach Rom bringen sollte. Im ICE war das Reisen angenehm, was sich im Nachtzug etwas ändern sollte. Viel Komfort bot der schon in die Jahre gekommene Zug nicht, er erinnerte vielmehr an Eisenbahnnostalgie. Wesentlich störender als der mangelnde Komfort erwies sich der häufige Personalwechsel und die damit verbundenen regelmäßigen Fahrkontrollen, d. h. war man gerade etwas eingeschlafen, tauchte ein Zugbegleiter auf. Kam der Schaffner mal nicht, so lief ein Getränkeverkäufer durch die Abteile und bot seine Waren lauthals feil. So erklärt es sich, dass wir gespannt, aber auch etwas erschöpft morgens in Rom einfuhren.
Nach einigen Umständen (Gepäck zu Fuß durch die
Straßen, dann über Treppen in den vierten Stock der Pension, dann wieder runter und in eine neue Pension im zweiten Stock, um nach drei Tagen wieder in die erste Pension umzuziehen)
frühstückten wir bei Sonne in einem Straßencafe – ein guter Beginn.
Am ersten Tag konnten wir aufgrund der fast schlaflosen Nacht nicht viel unternehmen, aber für eine erste Erkundigung des Zentrums mit der Spanischen Treppe und einen Spaziergang durch
den Park der Villa Borghese reichte es dennoch. Der erste Eindruck war mehr als gut und alle waren zufrieden bis begeistert.
Am Mittwoch hieß es dann zeitig raus, der Papst erwartet uns gegen 9.00Uhr in seiner Residenz, oder genauer gesagt vor dem Petersdom. Anstellen, Kontrollen wie am Flughafen und schließlich langes Warten in der prallen Sonne sorgten für Missmut und Sonnenbrand. Endlich kam der Heilige Vater und erteilte uns den wohl verdienten Segen. Nach einer Mittagspause besichtigten wir den Petersdom von außen, innen und von oben – ein herrlicher Blick über den Vatikan und die Stadt. Die Vatikanischen Museen mit Sixtinischer Kapelle hoben wir uns für Freitag auf. Danach streiften wir durch das moderne Zentrum Roms ehe wir erneut zum leckeren Abendmahl in unserer Pension schritten. Diesmal wieder drei Gänge und die ständige Aufforderung der Pasta-Mama (von einigen so getauft), noch mehr zu essen. Abends in die Innenstadt: Piazza Navona – ein belebter Platz mit vielen Kleinhändlern, Porträtmalern und Aktionskünstlern. An den nächsten Abenden zog es uns eher zur Spanischen Treppe, wo etwas mehr los war und wir auch andere Schulklassen kennen lernten.
Donnerstag war es sehr anstrengend, angefangen beim Kolosseum,
dann zum Circus Maximus und über die Caracalla-Thermen zur Via Appia Antica inklusive den Katakomben und endlich mit dicken Füßen zurück zum Abendessen. Zum Glück
waren Wetter und Referate gut und das Essen wieder großartig.
Freitags zunächst die Vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle. Unglaublich, welche Menge von Kunstgegenständen hier angehäuft wurden. Interessant ist auch, wenn einem
mal ein Gemälde erklärt wird. Uns wurden die Wandmalereien (genauer gesagt Fresken) der Sixtinischen Kapelle, angefertigt von Michelangelo, sehr ausführlich und plastisch von
Herrn Morath erläutert.
Samstag besichtigten wir schließlich das Herz des antiken
Roms – das Forum Romanum. Dort durften wir zur Abwechslung mal etwas zeichnen – nämlich die drei Säulen des Castor- und Poluxtempels, die das Wahrzeichen des Forums sind.
Dabei haben wir weder gemerkt, dass wir alle die Säulen von der Rückseite aus malten, noch dass diese Säulen auf dem Umschlag unseres Lateinbuches abgebildet sind.
Vom Forum ging es zum Palatin und von dort aus zur Kirche des Heiligen Paulus und zum Mund der Wahrheit, bevor wir bei der Trajansäule den offiziellen Teil des Tages beendeten. Inoffiziell
ging es abends mal wieder zur Spanischen Treppe. Nicht ohne vorher eine Münze in den Trevi-Brunnen geworfen zu haben, was bedeutet, dass man wieder nach Rom kommt.
Sonntag, der letzte Tag, führte uns über Ostia Antica zum Meer, wo wir eigentlich zum guten Schluss in der Sonne die Füße hoch legen wollten. Tja, ausgerechnet an diesem
Tag musste es regnen. Also nach vielen vergeblichen Versuchen einen netten Ort zu finden, kehrten wir nach Rom zurück und schauten uns dort die Kirche Peter und Paul vor den Mauern an.
Zum Abschluss gingen wir in ein Ristorante, um endlich mal Pizza zu essen. Das war ein gelungenes Event zum Ende einer unvergesslichen Exkursion. Die Rückfahrt war Dank eines Dämmerschoppens und der Liegewagen wenig spektakulär, aber dafür relativ erholsam. Gegen Mittag verabschiedeten wir am Bahnhof in Göttingen unseren erschöpften Lehrer, der in dieser Woche fast alles gegeben hat. Zusammen hatten wir, um es noch einmal zu betonen, eine abwechslungsreiche, wunderschöne und dennoch lehrreiche Romexkursion.