Besondere Begabungen entdecken und fördern

Im Kooperationsverbund mit Kindergarten und Grundschule unterstützt die Kooperative Gesamtschule gezielt Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen.

Präsentation der Begabtenfördergruppen   "Wir wollen besondere Begabungen entdecken und fördern"
HochbegabtenverbundDie Teilnehmer am Begabtenförderprogramm präsentierten in den Fächern Englisch, Kunst, Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften (Biologie und Chemie), Technik, Geschichte und Französisch die Ergebnisse aus den Projekten, die sie innerhalb eines Jahres zusammengetragen und vorbereitet haben.  

Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen werden an der Kooperativen Gesamtschule Bad Lauterberg gezielt gefördert.

An vielen Projekten nehmen im Rahmen des Kooperationsverbundes Begabtenförderung auch Schülerinnnen und Schüler aus dem Jahrgang 4 der Grundschule am Hausberg teil.

 

 

Präsentation der Begabtenfördergruppen an der KGS

Was hat Rotkäppchen mit Mathe zu tun ?

BAD LAUTERBERG (mko). Vier Mädchen stehen auf der Bühne. Zahlreiche BesucherUm den Hals trägt jede ein Schild mit dem Wort Wolf, Rotkäppchen, Mutter oder Erzähler darauf. Dann folgt das Märchen Rotkäppchen – allerdings „mathematisch" er­zählt. Ein Beispiel: Zum Schluss „machte man aus dem Wolf eine Schnittmenge, bis seine Restmenge nicht mehr lebte". Diese humorvolle Erzählung war Teil der Gruppenpräsentationen im Rahmen der Begabtenförderung an der KGS. Dazu gehören etwa 40 Kinder der vierten bis zehnten Klassen aus der KGS, der Grundschule „Am Hausberg" sowie der Grundschule Barbis.

Herr Wassman begrüßt die AnwesendenSie präsentierten in den Fächern Englisch, Kunst, Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften (Biologie und Chemie), Technik, Geschichte und Französisch die Ergebnisse aus den Projekten, die sie innerhalb eines Jahres zusammengetragen und vorbereitet hatten. So wurde zum Beispiel ,,Bad Moon Rising" gesungen, Ergebnisse von Chemie-Wettbewerben und die Aufgabenstellungen sowie Versuche erläutert, ein Dialog beim Einkauf auf französisch nachgestellt und ein geschichtliches Interview mit dem 1963 in Hamburg verstorbenen Kapitän Alfred Ritscher, der in Bad Lauterberg geboren wurde, in Szene gesetzt.

KunstNach einer kurzen Vorstellung der einzelnen Projekte gab es noch eine Ausstellung dieser zu bewundern. So konnten Eltern, Schüler, Lehrer und Gäste Logik- und Technikspiele ausprobieren, an einem Mathespiel teilnehmen, Geschichten und Gedichte lesen und Kunstbilder bewundern. Auch im nächsten Jahr soll es wieder eine Projektvorstellung dieser Art an der KGS geben.

 (Bilder: Harz-Kurier und KGS Bad Lauterberg)

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(Hoch-)Begabtenförderung im Kooperationsverbund mit Grundschule und Kindergarten

"Wir wollen besondere Begabungen entdecken und fördern"

BegabtenförderungBad Lauterberg (bk). Der Ganztagsbetrieb an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) soll mit dem neuen Schuljahr beginnen. Wer aber nun meint, nachmittags seien die Schulgänge in der Zechenstraße verwaist, der liegt falsch. Insgesamt 66 Stunden werden derzeit montags bis donnerstags am Nachmittag angeboten.
BegabtenförderungDarunter sind zum einen 20 Stunden Pflichtunterricht, die für die Gymnasialjahrgänge ab Klasse sieben sowie dem neunten Realschuljahrgang vorgeschrieben sind. Weitere 20 Stunden entfallen auf verschiedene Arbeitsgemeinschaften wie Streit-schlichter, Schülerzeitung oder -band, Mofaführerschein und diverse Sportarten.
Besonders stolz ist man indes auf gewisse 14 Stunden: Angebote im Rahmen der (Hoch-)Begabten-förderung. Unter der Koordination von Lehrer Ulf Stricker können sich bestimmte Schüler nun wöchentlich zwei Stunden intensiv, über das normale Unterrichtsniveau hinaus und in Kleingruppen, mit einem bestimmten Thema beschäftigen. Neben Schreib-, Politik- und Geschichtswerkstätten gibt es die Angebote „Mathematik und Technik“, „Kunst für Künstler“, „Besondere Sportbegabung“ und „Schüler helfen Schülern“.

„Natürlich geht es nicht nur darum, Höchstbegabungen zu fördern“, erklärt der didaktische Leiter der KGS Horst Schwedhelm. Denn es seien ja lediglich etwa zwei Prozent aller Menschen hochbegabt. „Wir wollen vielmehr jeden Schüler fördern, der irgendwo eine besondere Begabung hat.“ Das könne schließlich zu einer Weichenstellung für die Geförderten werden. Für das „Entdecken der besonderen Begabungen“ hat man sich ein Diagnostikverfahren mit Fragebögen ausgedacht. Zum einen sollten die Lehrer je Klasse drei Schüler benennen, bei denen sie besondere Fähigkeiten sähen. Zum anderen sollten aber auch Klassenkameraden sagen, welche Mitschüler ihrer Meinung nach etwas Bestimmtes besonders gut können. Und die so Ausgewählten wurden zu den freiwilligen Angeboten eingeladen.

Das gleiche Verfahren wurde an der Grundschule am Hausberg und sogar in den beiden Kindergärten der Kernstadt angewendet. Das Besondere: Über einen sogenannten Kooperationsverbund nehmen nun Vorschulkinder an Angeboten der Grundschule teil, und Viertklässler lernen zusammen mit KGS-Schülern.

So drücken seit Kurzem dienstags und mittwochs insgesamt 30 KGS-Schüler und 19 Grundschüler freiwillig am Nachmittag die Schulbank. Bis auf die Politikwerkstatt, für die sie noch zu jung sind, und die Schreibwerkstatt, für die sich keiner von ihnen interessierte, nehmen an allen KGS-Angeboten auch Grundschüler teil. Von der KGS sind schwerpunktmäßig Gymnasiasten der Jahrgänge fünf und sechs beteiligt.

„Momentan ist das Ganze ein sich selbst entwickelndes System", sagt Horst Schwedhelm. „Und natürlich wissen wir nicht genau, ob es die Richtigen getroffen hat." Aber mit den Erfahrungen der nächsten Zeit hofft man, das System ausfeilen und etablieren zu können. Außerdem sind gemeinsame Fortbildungen der Lehrer und Erzieher im Kooperationsverbund geplant.

Die restlichen zwölf Nachmittagsstunden an der KGS umfassen ein weiteres Förderprogramm. Damit sollen zum einen Fünft- und Sechstklässler in den Hauptschulbereich eingegliedert werden. Zum anderen soll Schülern des achten und neunten Jahrgangs das Erreichen des Hauptschulabschlusses ermöglicht werden. Dafür werden sie in Deutsch, Mathematik und Englisch gefördert. Den Deutsch- und Matheunterricht übernehmen zwei ausgebildete Lehrer, die man mit Hilfe von Geldern aus einem EU-Programm „einkaufen" konnte. Beim Englisch hingegen bedingen sich die Förderprogramme der KGS gegenseitig. Die Englisch-Nachhilfe übernehmen nämlich sechs Gymnasiasten des zehnten Jahrgangs aus dem (Hoch-)Begabten-Angebot „Schüler helfen Schülern". So wird den einen geholfen, einen wichtigen Schulabschluss zu bekommen. Und die anderen? „Auch Nachhilfe zu geben, qualifiziert ungemein", weiß Horst Schwedhelm.

( FOTO: KRAJEWSKI - Freiwilliger Unterricht am Nachmittag)    Quelle: HarzKurier